Norwegische  Waldkatzen
- vom  Strukhof -
Elisabeth  Noel-Albrecht

Die Norwegische Waldkatze

            Die naturbelassene Schönheit mit der sanften Seele

Wir wissen nicht, wann sie sich den Menschen zuerst angeschlossen hat und mit ihm auf Wanderschaft ging. Wir wissen aber, dass sie sich den widrigen Klimaverhältnissen hoch oben im Norden Europas optimal angepasst hat.

Wie ein schöner „Zwerg-Luchs“ ist sie die „Trollkatze“ der norwegischen Wälder. Für viele Norweger ist sie die Katze aus dem Märchen, auf die sie bei ihren Wanderungen in der freien Natur stoßen. Ihr Charakter ist lebhaft aber sanftmütig, intelligent außergewöhnlich anhängig und menschenbezogen. Sie hat einen hellwachen Blick, in dem noch viel Wildheit steckt und uns sagt: „Ich bin immer auf der Hut und ich sehe alles!“. Das dreieckige Köpfchen mit dem geraden Profil und den eleganten Luchsohren mit den Pinseln passt so gut in die Umgebung von alten, mit Flechten und Moosen bewachsenen Tannenbäumen und Fichten.

Der Körper ist geschmeidig, muskulös und bereit, sich jeder sich bietenden Herausforderung zu stellen. Federnde Beine, kräftige Gelenke und beeindruckende Krallen geben die Fähigkeit, rasch in die höchsten Wipfel der Bäume zu klettern. 

Der dichte Unterpelz wird überdeckt vom ausgeprägten Oberfell, das lang herabhängend am besten mit einem Schutzschild zu vergleichen ist. Es hält die Feuchtigkeit vom Unterfell und der Haut zuverlässig ab. Damit und mit dem Fell zwischen den Laufsohlen, kann die Katze sich in allen Wettern, auch wenn das Thermometer auf unter minus 30 Grad Celsius fällt, zurechtfinden. Dazu kommt ein buschiger Schweif, der triumphierend über allem weht. Ausgewachsen ist diese Katze erst mit drei bis vier Jahren. Diese Katze ist ein Wunder der Natur und von den Norwegern schon lange als Nationalkatze anerkannt.

Bereits in den 30er Jahren wurde eine Anerkennung des Tieres als Rassekatze diskutiert. Der Krieg unterbrach diese Überlegungen. Erst nachdem der Landesverband NRR (Norsk Rasekattklubbers Riksforbund) im Jahre 1963 gegründet wurde, wurde die Anerkennung der Waldkatze die Herzenssache des NRR-Präsidenten Carl-Fredrik Nordane. Von dem damaligen Züchterrat weiß man, dass er damals loszog, um zwei junge Katzen bei Else und Egil Nylund in Oslo zu besichtigen. Der braun-weiß getigerte Trugs war ein ausgesprochenes Prachtexemplar und wurde der „Prototyp“ der Rasse Norsk Skogkatt. 1975 wurde der Verband der Norwegischen Waldkatze „Norsk Skogkattring“ gegründet, der 1976 die Waldkatze provisorisch anerkannte. Die große Feuerprobe kam aber 1977 auf der Generalversammlung des FIF´e in Paris. Letztendlich konnte aber die Anerkennung gefeiert werden. Von Anfang an wurde der norwegische Standard anerkannt, der nur 1987 und 1993 etwas modifiziert wurde. 

Der Gewinner der ersten Weltmeisterschaft für Rassekatzen wurde 1991 in München die Norsk Skogkatt „Flatlands Björnstjerne“.

Die Rasse wurde in den letzten Jahren unglaublich beliebt und macht auf Ausstellungen in Norwegen und Schweden oft die zahlreichste Gruppe aus, wobei das Interesse auf dem Kontinent ständig wächst. 

Für die Norsk Skogkatt gibt es in den meisten europäischen Ländern eigene Verbände. Das ist schon ein Triumph für die Katze aus den tiefen Wäldern Norwegens, wo das Naturtier immer noch zu Hause ist.